Joburg Open: Grace macht seinen Traum wahr.
Der Südafrikaner Branden Grace sicherte sich vor heimischem Publikum mit einer beeindruckend unaufgeregten Vorstellung den Titel bei der Joburg Open, wo BMW als Official Partner mit von der Partie war. Es ist der erste Sieg des 23-jährigen European-Tour-Neulings. Auf Hawaii machte indes Sony-Open-Sieger Johnson Wagner gleich in mehrfacher Hinsicht auf sich aufmerksam.
Nachdem die Schlussrunde der mit 1,3 Millionen Euro dotierten Joburg Open gespielt war, verzeichnete die Scorekarte von Branden Grace eine solide 72. Ein gutes Ergebnis, aber keines, das in der Regel für einen Sieg ausreicht. Doch Grace profitierte von seiner starken Leistung in den drei Runden zuvor – und von den Fehlern der direkten Konkurrenten. Mit 67 Schlägen hatte der Südafrikaner den ersten Tag abgeschlossen und sich an den Folgenden jeweils um einen Schlag verbessert.
Während die Rivalen in einem dicht gedrängten Favoritenfeld am Entscheidungstag reihenweise patzten, genügte Grace konzentrierte Geradlinigkeit, um seinen Vorsprung ins Ziel zu retten. Auf der hinteren Neun absolvierte er ausschließlich Pars, von seiner klaren Linie wich er nur mit einem Birdie und einem Bogey ab. Wesentlich spektakulärer spielte sich währenddessen der Engländer Jamie Elson auf Platz zwei vor. Seine unglaubliche 63 an Tag vier verdankte er einem 10-Meter-Eagle-Putt am 18. Loch. Titelverteidiger Charl Schwartzel, der sich Hoffnungen auf den dritten Sieg in Folge gemacht hatte, war bereits am Cut gescheitert.
"Vor heimischem Publikum zu gewinnen ist ein Traum, der wahr wird. Ich würde nichts dafür eintauschen", sagte Grace, der als Qualifikant erst im Dezember auf die European Tour kam. Seit 2007 war er auf der Sunshine Tour aktiv, einem Mitausrichter des Turniers im Royal Johannesburg and Kensington Golf Club. Seine Freude über den ersten Sieg war dementsprechend ausgelassen.
Ähnlich unerwartete Hochgefühle prägten auch den Sieg von Johnson Wagner bei der Sony Open auf Hawaii. Obwohl der ansonsten zurückhaltende Wagner sich seiner Sache relativ sicher schien. Nach der Winterpause um zehn Kilo leichter, trat der gebürtige Texaner voller Selbstbewusstsein zum ersten Turnier der PGA TOUR in der neuen Saison an, das in voller Feldstärke abgehalten wurde. "Ich habe zum Jahreswechsel gesagt, dass ich mich in der Lage fühle, zu gewinnen", behielt der 31-jährige Außenseiter Recht und verwies die Konkurrenten mit zwei Schlägen Vorsprung – insgesamt 13 unter Par – auf die Plätze.
Ob dieser Leistungssprung von Wagner, der bislang nur vier Major-Teilnahmen vorweist, auf seinen unorthodoxen neuen Schnauzbart zurückzuführen ist, konnte nicht ermittelt werden. Seine Ehefrau war jedenfalls nicht begeistert. "Ein Grund mehr, ihn stehen zu lassen", zeigte sich der US-Amerikaner amüsiert. "Ich habe mit mir selbst gewettet: Wenn ich das Masters in Augusta erreiche, bleibt er dran". Schlechte Aussichten demnach für Katie Wagner.



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