"Man wird mich bei den BMW International Open spielen sehen".
Vor 16 Tagen erreichte Martin Kaymer mit seinem Sieg bei der US PGA Championship in Whistling Straits einen weiteren Meilenstein seiner Karriere. Der erst zweite deutsche Major-Sieger nach Bernhard Langer besuchte heute die BMW Welt in München zu einem Pressegespräch und äußerte sich zu seinem historischen Erfolg, den weiteren Zielen sowie seinen Wunschpartnern im Ryder Cup - und hatte gute Neuigkeiten für alle deutschen Golffans.
Diese positive Nachricht gleich vorweg: Obwohl Kaymer in der kommenden Saison zunehmend mehr Turniere in den USA bestreiten wird, hat er einen Fixtermin auf der European Tour 2011 schon fest im Kalender stehen – den Start bei Deutschlands einzigem Profiturnier. "Man wird mich bei den BMW International Open spielen sehen", versprach der Rheinländer.
Zum dem heutigen Pressegespräch hatte Kaymer die Wanamaker Trophy mitgebracht, die er als erste Deutscher gewinnen konnte. "Ich habe immer davon geträumt, einmal ein Major zu gewinnen. Dass ich es schon so jung geschafft habe, ist ein großer Meilenstein in meiner Karriere", sagte er. In der entscheidenden Phase der US PGA Championship, die im Stechen über drei Löchern gegen Bubba Watson (USA) gipfelte, sei es der Schlüssel zum Erfolg gewesen, die Ruhe behalten zu haben.
"Ich bin das ganze Turnier über sehr ruhig geblieben. Auf einem so schweren Platz muss man Pars sammeln, Bogeys vermeiden und seine Chance erhalten. Als ich am Finaltag am sechsten Loch meinen Namen ganz oben auf dem Leaderboard sah, da hatte ich für mich bereits Geschichte geschrieben: Ich führte ein Major an." Dieser Situation begegnete Kaymer mit der ihm eigenen Mischung aus Ehrgeiz, Fokussiertheit und Unaufgeregtheit. "Ich wusste ab da: Ich muss mindestens ins Stechen. Denn wenn man einmal führt, ist alles andere eine Niederlage."
Im Play-off bekam der Weltranglistenfünfte es mit einem ausgewiesenen Longhitter zu tun – und auch darauf war er vorbereitet. "Ich wusste, dass Bubba wahrscheinlich mit Birdie anfangen würde, also musste ich auf den schwierigen Löchern, der 17 und der 18, gut spielen. Und das habe ich auch getan."
Nun, da der Major-Sieg unter Dach und Fach ist, wie geht es weiter? Satt ist Kaymer längst nicht, das wurde heute überdeutlich. "So glücklich ich über diesen Triumph bin, zufrieden bin ich längst nicht", sagte der Sieger der BMW International Open 2008. "Ich habe in diesem Jahr die Chance, das Race to Dubai für mich zu entscheiden und ich möchte noch mehr Majors gewinnen. Vor zwei Jahren war das anders, aber jetzt, nach diesem Sieg, weiß ich, dass ich gegen die Besten gewinnen kann. Wenn ich also irgendwo mitspiele, will ich gewinnen."
Dies gilt selbstverständlich auch für den Ryder Cup im Oktober, für den er sich erstmals qualifiziert hat. Eben dies zu erreichen, sie das größte Saison-Ziel gewesen. "Das ist mein Ziel seit ich vor zwei Jahren als Gast dabei war. Das war die Motivation noch mehr zu trainieren, noch mehr zu arbeiten. Ich kann den Ryder Cup kaum erwarten, es gibt nichts Schöneres, als das."
Im prestigeträchtigen Kontinentalvergleich ist Kaymer ebenfalls eine wichtige Rolle zuzutrauen. Es wird spannend, mit wem Kapitän Colin Montgomerie den Deutschen in die Vierer schicken wird. Und wenn Kaymer es sich aussuchen dürfte? "Ich nehme es natürlich wie es kommt, aber Lee Westwood, Rory McIlroy oder Luke Donald könnte ich mir gut vorstellen."


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